Wie bei manch anderen elektrischen Geräten auch, nutzt es dem Laien, zu wissen, wie ein Gitarrenverstärker funktioniert. Denn auf diese Weise kann er nicht nur Reparaturkosten vermeiden, sondern auch die Anschaffungskosten – man kann nämlich auch einen Gitarrenverstärker selber bauen. Hierfür gibt es keine Patentlösung – für den Gitarrenverstärker als Selbstbau sind Fachwissen, Kreativität und Musikverständnis gefragt. Die nachfolgenden Erörterungen streifen nur eine Möglichkeit von vielen und sollen vor allem eines: Der Leser möge sich motiviert und herausgefordert fühlen, aktiv zu werden und möglicherweisen weitere Ideen abzuleiten. Auch auf die Auflistung der Werkzeuge wurde hier verzichtet – ebenso die Reihenfolge der einzelnen Schritte ergibt sich für den logisch denkenden Handwerker von selbst.
Um Gitarrenverstärker zu bauen, braucht man Material für die Außenverkleidung
Ein Vorschlag kann es nun also sein, das Format eines bereits auf dem Markt bestehenden "zu kopieren". Die Außenmaße eines Gitarrenverstärkers werden hier mit 61 x 53 x 23 Zentimeter angenommen – jeweils ist das Holz hier 12 Millimeter breit. Entsprechend wird nun das Oberteil und der Boden mit 50,6 x 23 Zentimeter und die Seitenteile mit 61 x 23 Zentimeter großen Elementen angenommen. Die Rückseite besteht aus zwei Längsteilen (in welche je ein Radius hineingesägt wird) – die Größen betragen hier 28 x 58,2 Zentimeter bzw. 10 x 58,2 Zentimeter. Die Vorderseite, wiederum in zwei Elemente geteilt, besteht aus zwei Stücken mit 40 x 58,2 cm sowie 10 x 58,2 cm. An Vierkanthölzern benötigt man hier zwei der Maße 1,5 x 1,5 x 22 cm. Diese werden mit zehn Blechschrauben und Holzschrauben befestigt (jeweils 5 x 2,5 cm). Die Oberfläche bei diesem Gitarrenverstärker-Selbstbau ist ein 1 x 1,35 Meter breiter Ausschnitt an Frontspannstoff. Hierzu benötigt man noch wasserfesten Holzleim und schwarzen Lack.
Gitarrenverstärker bauen – auch der Betrieb besteht aus Einzelteilen
Es bleibt sicherlich, wie angedeutet, jedem Musiker-Handwerker selbst überlassen, wie der selbstgefertigte, individuell für die eigenen Vorträge passende Gitarrenverstärker jeweils im Einzelnen aussehen könnte. Auch für das Innenleben folgen nun grundlegende Faktoren, die in einschlägigen Geschäften unter den nun zu benennenden Elementen verfügbar sind. Man nehme somit: Drei getrennte Vorverstärkerzüge (ein "Clean-Kanal", eine vollständig jeweils eigene Klangregler-Einheit), eine Koppelstufe (mit Kopfhörerausgang, mit Kopplung an Effektgeräte, mit Ausgang (XLR) zu Mischpulten und dem Lautstärkepedal. Weiterhin benötigt man jeweils einen eingebauten Tremolo-, einen Hall- und einen Talk-Box-Effekt und (je nach gewünschter Leistung) eine Röhrenendstufe mit 120 Watt. Die Gleichspannungsheizung (für Röhren) ist nun ebenso wichtig wie letzten Endes die Gitarrenlautsprecher selbst (zwei insgesamt für eine Box – daher die beiden Radien in Rück- und Vorderseite der jeweiligen Holzelemente). Ebenso baut man noch eine Steuerung mit Schaltern (auch Fußschaltern) an die Frontplatte an.
Warum die Idee des Selbstbaus sich lohnt
Durch die Verstärker konnte sich die Gitarre in der modernen Musikgeschichte immer mehr behaupten – es gibt sie sicherlich im Handel vom Koffer- bis zum Bühnenformat. Doch in beiden Fällen werden oft von Musikhäusern und kombinierten Geschäften Preise verlangt, die mit der Preis-Summe der erwähnten Einzelteile in keinem Verhältnis stehen – genau aus diesem Grund ist es günstiger und – angepasster, einen Gitarrenverstärker selber zu bauen.